Nachschulung von Fahranfängern (ASF)

Wann muss ich zu einer Nachschulung?

Eine Nachschulung wird von der zuständigen Verwaltungsbehörde angeordnet, wenn Führerscheininhaber während der Probezeit bestimmte Verstöße begehen. Der Gesetzgeber unterscheidet hier die „schwerwiegenden Zuwiderhandlungen“ (A-Verstoß) und die „weniger schwerwiegenden Zuwiderhandlungen“ (B-Verstoß). Bei einem A-Verstoß oder zwei B-Verstößen wird die Nachschulung angeordnet und die Probezeit verlängert sich um 2 Jahre. Die Nachschulung muss innerhalb einer bestimmten Frist, welche durch die Verwaltungsbehörde festgesetzt wird, absolviert werden.

 

Was gibt es für Besonderheiten bei der Teilnahme

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Nachschulungskurs erst bei einer Teilnehmeranzahl von mindestens 6 Personen stattfinden darf. Da in den meisten Fällen jedoch Eile geboten ist, an einem Seminar teilzunehmen, haben wir mit mehreren Hagener Kollegen einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Dieser beinhaltet gemeinsam und schnellstmöglich die Mindestteilnehmeranzahl von 6 Personen anzunehmen. Aufgrund dieser Kooperation gewährleisten wir unseren Kunden monatlich Seminare anbieten zu können.

 

Was beinhaltet eine Nachschulung?

Eine Nachschulung (Aufbauseminar) ist ein Kurs, in dem die Auffälligkeiten der Teilnehmer besprochen werden. Ziel ist es, für jeden Teilnehmer Strategien zu entwickeln, die zu einer Verhaltensänderung führen um das jeweilige Fehlverhalten zukünftig zu vermeiden. Außerdem soll das Risikobewußtsein gefördert und die Gefahrenerkennung verbessert werden. Das Seminar besteht aus 4 Sitzungen zu je 135 Minuten sowie einer Fahrprobe zwischen der ersten und zweiten Sitzung. Sofern das komplette Aufbauseminar absolviert wurde, wird die Teilnahme durch eine Bestätigung dokumentiert. Diese Teilnahmebestätigung ist der Verwaltungsbehörde fristgerecht vorzulegen, um sicherzustellen, dass die Fahrerlaubnis nicht entzogen wird.

 

Was sind A- und B-Verstöße?

A-Verstöße sind Straftaten nach dem Strafgesetzbuch:

  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB)
  • Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)
  • Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)
  • Nötigung (§ 240 StGB)
  • Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr (§ 315b StGB)
  • Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB)
  • Trunkenheit im Verkehr (§ 316)
  • Vollrausch (§ 323a StGB)
  • Unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB)

Straftaten nach dem Straßenverkehrsgesetz:

  • Führen oder Anordnung oder Zulassen des Führens eines Kraftfahrzeugs ohne Fahrerlaubnis,
  • trotz Fahrverbots oder
  • trotz Verwahrung, Sicherstellung oder Beschlagnahme des Führerscheins (§ 21 StVG)

Straftaten nach den Pflichtversicherungsgesetzen:

  • Gebrauch oder Gestatten des Gebrauchs unversicherter Kraftfahrzeuge oder Anhänger (§ 6 des Pflichtversicherungsgesetzes, § 9 des Gesetzes über die Haftpflichtversicherung für ausländische Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger)

Ordnungswidrigkeiten nach den §§ 24, 24a und § 24c des Straßenverkehrsgesetzes und weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften:

  • Verstöße gegen die Vorschriften der Straßenverkehrs-Ordnung über das Rechtsfahrgebot gemäß § 2 StVO
  • die Geschwindigkeit (bei mehr als 20 km/h Überschreitung) gemäß § 3 und § 41 StVO
  • den Abstand gemäß § 4 StVO
  • das Überholen gemäß § 5 StVO
  • die Vorfahrt gemäß § 8 StVO
  • das Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren gemäß § 9 StVO
  • die Benutzung von Autobahnen und Kraftfahrstraßen gemäß § 2 und § 18 StVO
  • das Verhalten an Bahnübergängen gemäß § 19 StVO
  • das Verhalten an öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen gemäß § 20 StVO
  • das Verhalten an Fußgängerüberwegen gemäß § 26 und § 41 StVO
  • übermäßige Straßenbenutzung gemäß § 29 StVO
  • das Verhalten an Wechsellichtzeichen, Dauerlichtzeichen und Zeichen 206 (Halt! Vorfahrt gewähren!) sowie gegenüber Haltzeichen von Polizeibeamten gemäß § 36, § 37 und § 41 StVO

Verstöße gegen die Vorschriften der Fahrzeug-Zulassungsverordnung:

  • über den Gebrauch oder das Gestatten des Gebrauchs von Fahrzeugen ohne die erforderliche Zulassung (§ 3 Absatz 1)
  • oder ohne dass sie einem genehmigten Typ entsprechen oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist (§ 4 Absatz 1)

Verstöße gegen § 24a oder § 24c des Straßenverkehrsgesetzes:

  • Alkohol
  • berauschende Mittel

Verstöße gegen die Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung:

  • über das Befördern von Fahrgästen ohne die erforderliche Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung
  • oder das Anordnen oder Zulassen solcher Beförderungen (§ 48 Absatz 1 oder 8 FeV)
  • Verstöße gegen die Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung über das Führen von Kraftfahrzeugen in Begleitung, wenn der Fahrerlaubnisinhaber entgegen einer vollziehbaren Auflage ein Kraftfahrzeug ohne Begleitung führt (Begleitetes Fahren ab 17 Jahre – § 48a Absatz 2 FeV)

B-Verstöße sind:

Straftaten nach dem Strafgesetzbuch:

  • Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)
  • Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)
  • Sonstige Straftaten, soweit im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr begangen und nicht in Abschnitt A aufgeführt

Straftaten nach dem Straßenverkehrsgesetz:

  • Kennzeichenmissbrauch (§ 22 StVG)

Ordnungswidrigkeiten nach § 24 des Straßenverkehrsgesetzes:

  • soweit nicht in Abschnitt A aufgeführt.