Führerschein mit 17

Der so genannte „Führerschein mit 17“ wird im § 48a der Fahrerlaubnisverordnung geregelt und heißt richtig:

Begleitetes Fahren ab 17 Jahren.

Das begleitete Fahren wurde in Nordrhein Westfalen am 14.09.2005 als Modellversuch in Kraft gesetzt. Da sich der Versuch bewährt hat, wurde das begleitete Fahren zum 01.01.2011 fest in der Fahrerlaubnisverordnung verankert und ist somit dauerhaft geltendes Recht. Es gilt nur für den Pkw-Führerschein (Klasse B) oder den Pkw-Führerschein mit Anhänger (Klasse BE bzw B96).

Der Führerschein mit 17 berechtigt den Fahrer Fahrzeuge der Klasse B oder BE bzw B96 innerhalb der Bundesrepublik Deutschland zu führen, wenn er von einer in der Prüfungsbescheinigung aufgeführten Personen begleitet wird.

 

Voraussetzungen:

Um den Führerschein mit 17 zu erlangen kann man frühestens ein halbes Jahr vor dem 17ten Geburtstag einen Antrag beim zuständigen Amt (Straßenverkehrs- oder Bürgeramt) stellen. Diesem Antrag müssen der/die Erziehungsberechtigte/n zustimmen. Nach Bewilligung des Antrages beginnt die Ausbildung zur Fahrerlaubnis der Klasse B oder BE (B96 ist keine eigenständige Fahrerlaunbinsklasse, sie gilt nur in Verbindung mit FahrerlaubnisKlasse B und kann daher nicht eigenständig beantragt werden).

 

Ausbildung und Prüfbescheinigung:

Die Führerscheinausbildung unterscheidet sich nicht von der „normalen“ Ausbildung zum Erwerb der Fahrerlaubnisklasse B oder BE bzw B96. Sie besteht aus:

  • theoretischem Unterricht,
  • praktischem Unterricht (Fahrstunden),
  • der theoretischen Prüfung und
  • der praktischen Prüfung (frühestens einen Monat vor dem 17ten Geburtstag).

Ein Unterschied zum Führerschein mit 18 Jahren ist, dass man nach bestandener Prüfung keinen Führerschein sondern eine Prüfbescheinigung bekommt. Diese kann ab dem 18ten Geburtstag beim zuständigen Straßenverkehrsamt innerhalb von 3 Monaten gegen einen Führerschein eingetauscht werden. In dieser Übergangszeit von 3 Monaten darf ohne Begleitperson gefahren werden, auch wenn man den "richtigen" Führerschein noch nicht abgeholt hat.

 

Auflagen:

  • Da es sich um eine nationale Regelung handelt, gilt der Führerschein mit 17 zunächst nur in der Bundesrepublik Deutschland.
  • Bei jeder Fahrt muss eine auf der Prüfbescheinigung eingetragene Begleitperson mitfahren.
  • Für den Fahrer gilt die 0,0-Promille-Grenze, dass heißt absolutes Alkoholverbot.
  • Für die Begleitperson gilt die 0,5-Promille-Grenze.
  • Neben der Prüfbescheinigung muss ein weiteres amtliches Ausweisdokument (mit Lichtbild!) mitgeführt werden, da die Prüfbescheinigung kein Lichtbild enthält.
  • Fahrer und Begleitperson dürfen keine berauschenden Mittel (Drogen) genommen haben. Lediglich die Begleitperson darf entsprechende Substanzen einnehmen, wenn sie aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrühren.

 

Die begleitende Person...

  • muss das 30. Lebensjahr vollendet haben,
  • muss mindestens seit fünf Jahren Inhaber einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse B oder einer entsprechenden deutschen, einer EU/EWR- oder schweizerischen Fahrerlaubnis sein. Die Fahrerlaubnis ist durch einen gültigen Führerschein nachzuweisen, der während des Begleitens mitzuführen und zur Überwachung des Straßenverkehrs berechtigten Personen (z.B. der Polizei) auf Verlangen auszuhändigen ist,
  • darf zum Zeitpunkt der Beantragung der Fahrerlaubnis im Verkehrszentralregister mit nicht mehr als drei Punkten belastet sein.

Sie soll dem Fahrerlaubnisinhaber vor Antritt einer Fahrt und während des Führens des Fahrzeugs soweit die Umstände der jeweiligen Fahrsituation es zulassen, ausschließlich als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um ihm Sicherheit beim Führen des Kraftfahrzeugs zu vermitteln. Zur Erfüllung ihrer Aufgabe soll die begleitende Person Rat erteilen oder kurze Hinweise geben. Es dürfen beliebig viele Begleitpersonen angegeben werden.

 

Probezeit

Die zweijährige Probezeit beginnt mit der Aushändigung der Prüfbescheinigung.